Bürgerbegehren gegen Windkraftanlagen am Herzebrockweg

Entstehen In unmittelbarer Nähe der Windkraftanlage der Gemeinde demnächst noch drei höhere Anlagen von ProWind ? Entstehen In unmittelbarer Nähe der Windkraftanlage der Gemeinde demnächst noch drei höhere Anlagen von ProWind ?

Rat muss erneut entscheiden

Mit knapper Mehrheit vor allem aus den Reihen der Freien Wähler, der SPD und der Grünen wurde in der Ratssitzung vom 16. März 2026 beschossen, dass die Gemeinde Wadersloh für drei zusätzliche Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe der gemeindeeigenen Windkraftanlage eine Bauleitplanung auf den Weg bringt.

Vorausgegangen war diesem Beschluss eine umfangreiche Vorstellung des Projektes von Vertretern der Firma ProWind aus Osnabrück, die die drei Windkraftanlagen bauen will. Da es schon im Vorfeld der Sitzung, vor allem von den Bewohnern in unmittelbarer Umgebung der geplanten Anlagen, Proteste gab, haben die Fraktionen in der Ratssitzung im Anschluss an die vielen Wortmeldung ihre Haltung durch einen Fraktionssprecher zusammengefasst.

Für die CDU-Fraktion nahm ihr Vorsitzender Rudi Luster-Haggeney wie folgt Stellung:

„Zu diesem Thema gab es viele Fragen: Ist Klimaschutz durch Technik höher zu bewerten als ökologischer Umweltschutz vor Ort oder ist es umgekehrt?

Ist das für die Allgemeinheit und auch für die Anwohner noch vertretbar?

Darf man Windräder aufstellen, obwohl die Vermarktung des Stroms auch mit Unwägbarkeiten einhergeht?

Gerade jetzt, wo wir durch den Krieg im Nahen Osten wieder vorgeführt bekommen, wie abhängig wir von fossilen Energieträgern und deren Preisentwicklung sind, bekommt das Thema noch mal ein besonderes Gewicht.

Wir waren vor Ort bei den Anwohnern und bei den Eigentümern, die ihre jeweiligen Sichtweisen deutlich machten.

Wir haben selbst Informationen eingeholt, die neben den ökologischen auch die ökonomischen Fragestellungen betrachteten. Dabei spielte natürlich eine Rolle, wie der Netzausbau läuft, welche Speichermöglichkeiten es zukünftig gibt, welche Auswirkungen das auf den Haushalt der Gemeinde hat.

Ergebnis, es gibt sehr viele unterschiedliche, teils gegensätzliche Argumente, die in unserer Fraktion zu keiner einheitlichen Entscheidung geführt haben. Die Mehrheit sieht es in der Gesamtschau eher kritisch, die Minderheit eher positiv. Nicht nur wir haben es uns nicht leicht gemacht und viel Zeit für die Beratung investiert.

Ich hoffe nun, dass auch die, deren Anliegen mit diesem Beschluss befördert werden, das Ergebnis dieses sehr demokratischen Prozesses akzeptieren“.

Nach der Ratssitzung Mitte März 2026 hat eine Bürgerinitiative ein „Bürgerbegehren“ beantragt. Das Ziel ist, dass in einem anschließenden „Bürgerentscheid“ alle Wahlberechtigten im Gemeindegebiet über zukünftige Windenergieanlagen im Gebiet Herzebrockweg/Waldliesborner Straße abstimmen können. Für dieses Bürgerbegehren waren 955 Unterschriften nötig. Diese Anzahl wurde mit 2031 abgegebenen Stimmen sehr deutlich übertroffen.

Nun muss der Rat vermutlich in seiner nächsten Sitzung am 12. Oktober entscheiden, ob er sein Votum aufheben will oder an seinem Beschluss vom 16. März festhält.

Hebt der Rat den Beschluss zur Einleitung der Bauleitplanung für die Windkraftanlagen auf, wäre das Bürgerbegehren sofort erfolgreich abgeschlossen, andernfalls käme es erstmalig in der Gemeinde zu einem Bürgerentscheid, dann könnten alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde per Briefwahl über die geplanten Windkraftanlagen abstimmen.