„Die Lage war noch nie so ernst. Jedoch, sie ist nicht hoffnungslos!“
Mit diesen Worten stellte Bürgermeister Christian Thegelkamp in der letzten Ratssitzung 2025 den Ratsmitgliedern den Haushaltsplan 2026 vor.
Sein Fazit: Nur durch Inanspruchnahme der Ausgleichsrücklage ist der Haushaltsplan ausgeglichen und damit genehmigungsfähig. „Über den gesamten Haushalt muss geschaut und entschieden werden, welche Maßnahmen durchgeführt werden können und müssen, und welche Maßnahmen geschoben oder gestrichen werden.“
Die CDU-Fraktion trifft sich Mitte Januar zu einer Klausurtagung in Geseke, um in Ruhe und ohne Zeitdruck Einsparmöglichkeiten zu diskutieren. Schon jetzt ist geplant, dass eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Ratsfraktionen, sich so bald als möglich mit dem Thema Konsolidierung künftiger Haushalte beschäftigen muss.
Im Haushaltsplanentwurf 2026 der Gemeinde Wadersloh ist zunächst ein Fehlbetrag von 2,8 Mio. Euro vorgesehen. Den voraussichtlich erzielten Erträgen von 34,4 Mio. Euro stehen Aufwendungen von 37,2 Mio. Euro gegenüber!
Für Kredite, deren Aufnahme für Investitionen erforderlich ist, müssen 5,7 Mio. Euro bereitgestellt werden, sodass die jährlichen Zinsaufwendungen auf 542.000 Euro steigen werden.
Der Haushaltsplan sieht Investitionen in Höhe von 12,3 Mio. Euro vor! Die wichtigsten Posten sind der Erwerb von Grundstücken und Gebäuden (1,7 Mio.), Baumaßnahmen (8,7 Mio.) und der Erwerb von beweglichem Anlagevermögen (2,0 Mio.), davon allein 550 T Euro für zwei Fahrzeuge für den Löschzug Liesborn.Allein für das geplante Baugebiet Mauritz in Wadersloh sind für Baustraße und Kanal 4,7 Mio. Euro veranschlagt!
Nicht unerwartet kommt nun der Vorschlag der Verwaltung, die Grundsteuer A und B auf 331% bzw. 699% zu erhöhen. Bürgermeister Christian Thegelkamp berichtete in seiner HH-Rede, dass dies für einen Musterhaushalt mit einem Einfamilienhaus eine Mehrbelastung von 50 Euro im Jahr bedeute.
Man darf nun gespannt sein, wie die HH-Beratungen in den Fraktionen laufen. Ab 28. Januar tagen wieder die Fachausschüsse, die zu den Vorschlägen ihres Fachbereichs Stellung nehmen. Am 3. März setzt der Hauptausschuss erste Signale und am 16. März beschließt der Rat nach den Plädoyers der Fraktionsvorsitzenden den Haushalt 2026.